Vereinbarkeit!

Liebes Tagebuch,

die Alu von http://www.grossekoepfe.de/ fragte heute morgen nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Erzählte von ihrem Vereinbarkeitsmodell. Sie schreibt von Logistik und Outsourcing. Das brachte mich zum Nachdenken. Wie läuft es eigentlich bei uns? Haben wir ein Modell oder machen wir einfach? Wo taucht in unserem Leben Vereinbarkeit auf?

Je mehr ich drüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass wir kein Modell haben. Ein Modell ist für mich etwas komplett durchorganisiertes, wo jeder seine festen Aufgaben hat und nur so läuft es. Hier bei uns ist ein Rahmen gesteckt. Der Gatte muss seinem Job nachgehen, Kind 1 muss in die Schule, Kind 2 muss in die Kita und ich muss meinem Job nachgehen. Das sind unsere 4 Ecken, die fix sind. Kind 1 bewältigt den Schulweg mittlerweile selbst. Kind 2 wird meist vom Gatten vor der Arbeit in die Kita gebracht. Allerdings gibt es Ausnahmen und ich bringe Kind 2 in die Kita. Für das Abholen bin in der Regel ich zuständig. Aber auch da gibt es wieder Ausnahmen und der Gatte holt sie auf dem Weg mit ab. Alle anderen Aufgaben wirbeln wie ein Kreisel durch unseren viereckigen, festen Rahmen. Der, der grad Zeit hat, fischt sich eine der Aufgaben dort raus. Das funktioniert ganz gut und wenn etwas nicht läuft, wird es überdacht. Somit ist unser Modell eigentlich immer im Wandel. Aber wir leben damit gut.

Vereinbarkeit kam in mein Leben, als ich nach meiner zweijährigen Babypause von Kind 2, nicht wieder in meinen alten Job zurück kam. Da überlegte ich dann, wie ich Familie und Beruf miteinander vereinbaren kann. Da kam ich dann zu den Schluss eine Ausbildung zur Kindertagespflegeperson, der Volksmund nennt mich Tagesmuttet, zu machen. In Gelsenkirchen gibt es ein zweijähriges Modell, wo ich während der Ausbildung bereits arbeiten und Geld verdienen kann. Ich arbeite von zu Hause, bin da, wenn Kind 1 aus der Schule kommt, kann während meiner Arbeitszeit Kind 2 in der Kita abholen, kann 6 Wochen Sommerferien super händeln, ohne dafür meinen Jahresurlaub aufzubrauchen, kann arbeiten während meine Kinder mal etwas kränklich zu Hause sind. In den Augen einer arbeitenden Mutter, habe ich damit doch eigentlich das Paradies auf Erden. Optimale Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf!

Die Kehrseite und auch mein größtes Problem an der Arbeit und dieser theoretisch optimalen Vereinbarkeit ist, dass unsere Kinder beide nicht verstehen, dass dies meine Arbeit ist, mit der in Geld verdiene, welches dazu da ist, um uns etwas Luxus und nicht nur Standard zu gönnen. Aber das verstehe ich auch. Sie sind 4 und 7 Jahre alt, ich bin ihre Mama und es ist ihr zu Hause. Was mache ich also um arbeiten zu können, ohne dabei die Nerven zu verlieren, weil die theoretisch, optimale Vereinbarkeit in der Praxis ganz anders ist? Genau, ich plage mich mit einem schlechten Gewissen, weil ich meine Kinder z.B. in den Sommerferien in die Fremdbetreuung gebe um andere Kinder, im zu Hause meiner Kinder zu betreuen.

Krank, oder?

So ist das aber mit der Vereinbarkeit!

Ich hoffe das unsere Kinder irgendwann verstehen werden, welche Grätsche wir machen um allen gerecht zu werden und sie sind uns dann hoffentlich dankbar für all das!

Deine Lilly

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